16.11.2015 - KMU gegen TTIP

 

Im Bildungshaus St. Bernhard. Eine Diskussionsrunde mit EU-Abgeordneten Michel Reimon und Attac Experten und Mitautor der Attac-Studie "KMU-TTIP" Simon Theurl über die »Geheimsache TTIP«. Moderation:Christian Schrefel, Landessprecher der Grünen Wirtschaft NÖ.

 

Simon Theurl erläuterte das Ergebnis der Studie: KMUs sind sicher nicht die Gewinner von TTIP. Die für eine allfällige Ausnutzung der Investitionsschutz-Schiedsgerichte nötigen Mittel sind für KMUs nicht leistbar, die meisten KMUs exportieren nicht, sind eher auf lokale Nischen ausgerichtet.   

Michel Reimon berichtete aus dem EU Parlament. Eindrucksvoll war die Schilderung des Procederes, wenn er als EU Abgeordneter Einblick in die TTIP-Verhandlungsdokumente nehmen will und wie aufgepasst wird, das ja keine Kopien / Fotos davon an die Öffentlichkeit kommen.

KMUs sind, wie alle anderen BürgerInnen auch, betroffen durch die Auswirkungen des Sonderklagsrechtes (ISDS) oder durch die sogenannte »regulatorische Kooperation«.

Das sind Bedrohungen für die europäischen Umwelt- und Sozialstandards. So könnte die Einführung von Mindestlöhnen oder deren Erhöhung die erwarteten Gewinne beeinträchtigen und könnte daher über die Schiedsgerichte zu enormen Zahlungen an die klagenden Konzerne führen. Auch würden geplante neue oder geänderte Regelungen den Konzernvertretern vorgelegt werden müssen, noch bevor Parlamente darüber beraten können. Daher geht es hier um die weitgehende Herausnahme von Wirtschaft aus der gesetzlichen demokratischen Regelungskompetenz der Staaten.

Michel Reimon wies auf die Wahlen in USA und Frankreich hin, und deren Einfluss auf den Terminplan eines möglichen Verhandlungsabschlusses. Er befürchtet, dass man sich in letzter Minute auf einen "Abtausch" einigen könnte, etwa so: Europa öffnet seinen Agrarmarkt für die USA und die USA akzeptieren den von Frau Malmström vorgeschlagen  ISDS-Gerichtshof.     

 

Eine gemeinsame Veranstaltung Attac WN mit der Grünen Wirtschaft Niederösterreich.




30.9.2015 "Wir gründen eine neue Bank"

Über 60 Menschen kamen ins BORG und hörten von Bernhard Haas was die Bank für Gemeinwohl (BfG) von anderen unterscheidet und wie man GenossenschafterIn wird. Das kleine Buffet vom Weltladen und Brötchen von Dulce Maria versorgten sie. Infos gab es neben der BfG auch vom Tauschkreis, Attac und der Gemeinwohlinitiative. Veranstalter waren neben Attac auch die KAB, die katholische Frauenbewegung, Welthaus, Weltladen, Talenteverbund, Radanhängerzentrale, SOL, Aktion Mitmensch und Südwind.


Die Bank für Gemeinwohl

  • Wird eine AG. 100%-Eigentümer wird die bereits gegründete freie Genossenschaft, die Genossenschaftsanteile werden das Eigenkapital der Bank.

  • Es wurden bereits 1,5 Millionen € eingesammelt. 6 Millionen müssen es werden, um die Banklizenz bei der FMA zu beantragen. 15 Millionen sollen insgesamt zusammenkommen. 

  • Die BfG wird die erste ethische Vollbank in Österreich, das Geschäftsfeld umfasst Guthabenkonten und Kreditvergabe. Spekulation ist der BfG untersagt.
  • Zivilgesellschaftlich:   Genossenschaft, Soziakratie, Akademie
  • Fair:                        Wertschätzend,kooperativ,ehrlich.
  • Transparent:             Kreditnehmer, Gebühren, Vergaberkriterien.
  • Gemeinwohlorientiert: Realwirtschaftlich, regional, nachhaltig.

  • Für Guthabenkonten werden Spesen verrrechnet.
  • Kredite werden erst nach Bonitäts-. und Gemeinwohlprüfung vergeben. Projekte werden gründlich durchbesprochen.
  • Die Höhe der Zinsen hängt vom Gemeinwohl des Projektes ab. Keine Kredite gibt es für Konsum, da hier schwer Gemeinwohl nachgewiesen werden kann.

  • Entscheidungen werden von den Genossenschaftern getroffen. Dazu wird eine ONLINE-Methode ausgearbeitet. 
  • In der BfG-Akademie geht es um das Gemeinwohl. 

  • Einlagen von mindestens 200 € bis maxim al 100000 €.
  • Je Kopf eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Einlage.
  • Im Insolvenzfall: Haftung mit der doppelten Einlage, d.h. im Fall des Falles muss noch einmnal der Betrag der Einlage nachgeschossen werden.

  • Gehälterspreizung: 1:5.

  • Positiver Jahresabschluss geplant ab dem 4. Betriebsjahr.
  • Geplante Situation der BfG  im 5. Jahr: Eigenkapital ca. 11 Mio. € , Verwaltungskosten € 4,6 Mio, 35 Mitarbeiter, Kredite im Ausmaß von 80 Mio,  Guthaben auf 35000 Konten: 100 Mio Euro.

  • Geplanter Start: 2017.

Weitere Informationen über die BfG und Möglichkeiten der Beteiligung als Genossenschafter:

www.mitgruenden.at



   

18.9.2015 Lichtermeer in Wr. Neustadt

Bei dieser Veranstaltung war Attac Wr. Neustadt mit einem Info Tisch vertreten.


Aus dem ORF Bericht (http://noe.orf.at/news/stories/2732489/):


Auf dem Hauptplatz in Wiener Neustadt hat am Freitag ein „Lichtermeer“ für Flüchtlinge stattgefunden. Laut Veranstalter folgten 1.300 Menschen der Einladung eines überparteilichen Komitees, das ein „Signal“ setzen wollte.

„Es sei dringend an der Zeit, wieder ein Zeichen für ein friedliches Miteinander zu setzen, losgelöst von politischem Weltbild oder Konfession“, hatte es im Vorfeld geheißen. 22 Jahre seien seit dem bislang letzten „Lichtermeer“ in Wien vergangen, betonten die Organisatoren. Die Veranstaltung in Wiener Neustadt wurde für Menschen in Not und solche, die Schutz suchen abgehalten.

„Niemand verlässt seine Heimat ohne Grund, Flucht ist kein Verbrechen, Flucht hat Gründe“, sagt etwa Erich Fenninger von der Volkshilfe. Er zeigte sich empört über den Umgang mit Flüchtlingen. „Es ist ein Skandal, wie Ungarn gegen Flüchtlinge vorgeht. Fällt das Asylrecht, dann fällt das Menschenrecht und dann fällt Europa in sich zusammen“, forderte der Volkshilfe-Direktor, dass jeder Mensch, der nach Europa kommt, Schutz bekommt.

„Lassen wir uns von Angst, Vorurteilen, Misstrauen und Egoismus leiten oder siegen Offenheit, Menschlichkeit und die Bereitschaft, aktiv beizutragen und aktiv unsere Zukunft zu gestalten?“, fragte Alexander Pollak von SOS Mitmensch und betonte, dass Österreich kein Boot sei, das voll ist.

Christoph Riedl, Geschäftsführer des Diakonie Flüchtlingsdienstes, forderte legale und sichere Wege nach Europa und nach Österreich: „Wir müssen vermeiden, dass Menschen diese gefährliche Flucht auf sich nehmen, diese Strapazen auf sich nehmen müssen, das Tränengas in Ungarn spüren müssen, das alles soll es nicht mehr geben.“

Das von einem „überparteilichen Komitee für Solidarität und Menschlichkeit“ veranstaltete „Lichtermeer“ ist nach Angaben der Polizei ruhig verlaufen. Auf Facebook hatte die Veranstaltung etwa 1.400 Zusagen, etwa 1.300 waren gekommen.

27.8.2015 Bürgermitbestimmung

Es war eine spannende Veranstaltung. Eingeleitet von Christoph Watz und moderiert von Elke Szalai haben über 30 Teilnehmer innerhalb von 2 Stunden ihre Forderungen bzw. Vorschläge für eine bessere Kooperation zwischen der Stadt und seinen Bürgern aufgestellt. Erfreulich war die Anwesenheit der Politiker Stadträtin Margarete Sitz, SPÖ, Gemeinderat Robert Pfisterer ÖVP und Michael Hnelozub, Grüne.     

Sie konnten sich ein Bild machen von der sachlichen und engagierten Beschäftigung der anwesenden Bürger mit Stadtangelegenheiten, die ja auch die ihren sind.

     

Zur Einleitung hörte man die Bürgerinitiative Brunner Straße (Frau Gruber?). Sie sind seit 25.5.1998 aktiv und haben erreicht, dass die Brunner Straße 30er Zone wurde. Das wird aber immer wieder in Frage gestellt. Wer das Interesse an einer Aufhebung hat, konnte bisher nicht eruiert werden.  Das Höchstgericht hat übrigens 2008 die Rechtmäßigkeit der 30er Zone festgestellt, nachdem ein Autofahrer gegen ein Strafmandat dagegen berufen hatte. Derzeit ist wieder von einer Evaluierung die Rede. Auf eine Anfrage der Initiative gab der neue Bürgermeister Schneeberger bisher allerdings keine Antwort.

Das zeigte, dass eine Initiative von Bürgern einen langen Atem haben muss und die Nerven, Rückschläge und Verunsicherungen zu verkraften.

 

Her GR Pfisterer musste leider schon gehen, bevor es so richtig angefangen hatte. Bevor er allerdings ging, machte er aufmerksam, dass am 21.9. der nächster Verkehrsausschuss tagen wird. Er meinte auch, den Verkehrsbeirat, an dem auch Nicht-GR teilnehmen können, öffentlich zu machen. Wir werden ja sehen.

 

Es gab eine kurze Einleitungsrunde. Hannes Höller (Radlobby) meinte zum Beispiel, sein Engagement begann wegen eigener Betroffenheit: Er vermisste Straßen mit Gegenverkehrsraderlaubnis. Christoph Watz wieder kann sich an sein erstes Engagement wegen des Abrisses des Volksbades erinnern. Es wurden damals von der Initiativer Pläne gemacht, man war aber zu spät dran.  Das zeigt ganz klar, dass eine Stadt <–> Bürger Zusammenarbeit nicht ohne rechtzeitige Information über geplante Vorhaben gut funktionieren kann.

 

Nun zur Vorgangsweise an diesem Abend: An 5 Tischen saßen bis zu 6 Personen. Jeder bekam ein Formular, in das er/sie einen bis drei Vorschläge oder Ideen niederschrieb. Dann wurde das Blatt links weiter gegeben. Die/der nächste schrieb in die nächste Zeile seine/ihre Ideen oder Kommentare zu den vorigen. So gingen die Blätter reihum, bis alle am Tisch alle beschrieben hatten.

Aus den Vorschlägen wurden dann je Tisch die jeweils 3 wichtigsten auf Kärtchen geschrieben und präsentiert. Die Kärtchen kamen dann alle auf ein Flip-Chart.

 

Interessanterweise waren die als wichtig eingestuften Themen, bei allen Tischen ziemlich ähnlich. Man war sich also über das zu lösende Problem einig.

Die Forderungen: Transparenz, Informationen und diese rechtzeitig, Stadt(-viertel)-Gespräche, Kummerkasten für Anregungen, Anliegen oder Beschwerden. Die Antworten darauf sollen aber nicht nur den Erstellern zukommen, sondern sollen allen Interessierten zugänglich sein.  Eine gute Gesprächskultur wurde ebenfalls für wichtig erachtet..

 

Zum Abschluss hatten die 2 noch anwesenden Politiker die Gelegenheit ihr Statement abzugeben. Da sie sich zu der heutigen Veranstaltung positiv äußerten, besteht Hoffnung, dass auch die nächsten Schritte erfolgreich sein können.

Und das wären vor allem ein – dringendes - Treffen mit den Verantwortlichen der Stadtplanung. Mit ihnen sollen die heute gefundenen Forderungen und Vorschläge diskutiert werden, um zu einer wirklichen Bürgermitbestimmung in Wiener Neustadt zu kommen.  

 

Wir erfuhren, dass die Vorhaben für 2016 jetzt zusammengestellt werden, in die Budgetverhandlungen kommen und entsprechend der vorhandenen Mittel und des politischen Willens beschlossen werden. Aus diesem Grund sollten die geforderten Stadtgespräche jetzt sofort stattfinden. Denn sonst kommen Initiativen wieder einmal zu spät und der politische Frust wird wieder einmal nicht kleiner.

 

13.-19.7.2015 - Attac - Sommerakademie

Dieses Jahr war die SoAk das erste Mal in Wiener Neustadt! Aus ganz Österreich und auch aus Deutschland und Südtirol haben wir Teilnehmer gesehen. In über 60 Workshops und 8 Seminaren wurden Wirtschaftsthemen behandelt, aber es gab zum, Ausgleich  auch sportliche (Einradfahren) und künstlerische / Bewegungs-Workshops. Unsere Regionalgruppe war auf verschiedenen Ebenen dabei: Markus Pröglhöf leitete das Einradfahren, Eva Pogacnik eine Nähgruppe. Fritzi, Ingrid, Elke und Walter waren im Organisationsteam, Marlis und Maria haben zusätzlich mitgearbeitet. Am "Marktlatz" stelltenm sich die Wr. Neustäder Initiativen Tauschkreis, KulturGUTNatur, Give-Box und SOL vor. Höhepunkt nach außen war auf jeden Fall der Umzug mit unserer SambAttac Gruppe. Am Hauptplatz kam es sogar zu einer kurzen Interaktion mit der Breitenauer Blasmusik. Näheres über die SoAk (Bilder und Videos, etc. ) unter: www.attac.at).        

Juni  / Juli 2015: Attac in Wiesen

Zusammen mit Attac Burgenland informierten wir die Besucher der verschiedenen Konzerte und Festivals über Attac, über TTIP STOPPEN, über die Sommerakademie und über die anderen vielen Attac-Themen. Viele interessante Gespräche ergabern sich. 

Wir danken Franz Bogner für diese Möglichkeit 

1.6.2015: Ulrich Brand "Ein Gutes Leben Für Alle"

Der Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Ulrich Brand lockte recht viele in die Stadtbücherei Wiener Neustadt. (Veranstalter: BSA WN, Rote Gfraster, Attac WN)

Er wolle nur Impulse geben, meinte Ulrich Brand. Wenn diese Impulse in Aktivitäten ungewandewlt werden könne, wird unsere Gesellschaft recht bald ganz anders aussehen. Es braucht eine andere Story, als Gegenstory zur der der Neoliberalen Wachstumsideologie, die meint der eingeschlagene Weg muss weriter gehen und wenn nicht, wird es allen schlecht gehen (Angst).


2.5.2015:  4. Attac-Pflanzentauschmarkt Schmuckerau

Bei anfangs regnerischem, dann aber sogar recht sonnigem Wetter fand der Pflanzen-Tauschmarkt in gemütlicher Atmösphäre sowohl draussen als auch im Saal statt. Auch heuer wieder fanden viele mitgebrachte Pflanzen -von einfachen Gartenkräutern und Bienenpflanzen bis hin kleinen Bäumen - neue Besitzer, wurde getauscht und gefachsimpelt. Der zum erstan Mal angebotene Reparaturtreff für Gartengeräte war eine positive Erweiterung des Pflanzentauschmarktes. Gartenscheren und Rasenmähermesser wurden geschliffen, Werkzeugstiele repariert.   

18.4.2015 Globaler Aktionstag gegen TTIP & Co.

Am 18.4. haben wir am Hauptplatz in Wr. Neustadt 75 Unterschriften gegen TTIP, CETA, TISA gesammelt, bei eisiger Kälte.Erfreulicherweise wurden wir unterstürtzt von BSA und Gewerkschaftern.  

Am Nachmittag nahen einige von uns in  Wien an der großen Demo statt, wo 15000 Teilnehmer gezählt wurden.

28.3.2015 Regionaler Konsum und regionale Anbieter.innen – ein Mehrwert für ALLE!

Inspiriert von Film und Diskussionsabend luden wir zu einem regionalen Brunch. Der Vormittag stand ganz im Zeichen Möglichkeiten der regionalen Versorgung in und um Wiener Neustadt kennenzulernen und regionale Produkte auch gleich zu verkosten.

 

Danach stellten wir uns die Frage: Welche Strukturen fördern den Aufbau einer Versorgungsstruktur mit regionalen Lebensmitteln? Referenten/innen aus Landwirtschaft, Versorgungsnetzwerk, Forschung und Umweltbildungseinrichtung waren dabei.
  
Veranstalter: kultur.GUT.natur, Attac Wiener Neustadt

 

26.3.2015 - HUNGER macht PROFITE

Aus der Filmreihe „Hunger macht Profite“ wurde der Film "Regional wachsen - Eine Reise durch eine neue Landwirtschaft" von Stefan Czimmek und Lea Schulz (Deutschland, 45. Min) gezeigt.

 

Bioessen ist das gute Gewissen - dachten wir. Bio steht heute überall drauf! – Und ist es dann auch wirklich überall drin? – Biozwiebeln aus Ägypten – ist das unsere neue Welt?


Bio ist gut, ja. Aber ist das schon alles? Was ist ein gutes Lebensmittel? Wodurch zeichnet es sich aus? Wir begaben uns auf eine Reise durch die Landwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Schnell stand fest: Bio ist nicht die einzig wahre Alternative!

Was bedeute eine Versorgung mit regionalen Lebensmitteln bzw. der Begriff regional? Das wurde im Anschluss an den Film diskutiert.


Im Bildungszentrum Srt. Bernhard.

Kongress "Ein gutes Leben für alle", 20.-21.2.2015

14.1.2015: Diskussion Stadtentwicklung

BürgerInnen nehmen die Stadtentwicklung in  die eigene Hand

Mitten im Wahlkampf haben sich fast fünfzig engagierte Bürger am 14. Jänner im Bildungszentrum St. Bernhard intensiv mit den für sie spürbaren Problemen  dieser Stadt auseinandergesetzt. Betroffen vom fehlenden Leben und den leerstehenden Geschäftslokalen in der Altstadt, den fehlenden Nahversorgern in vielen Stadtteilen, aber auch dem unerfreulichen Zustand in der Grazer Straße, hat man eine beeindruckende Liste von kurz- mittel- und langfristigen Maßnahmen in den Bereichen Verkehr, Stadtplanung, Nahversorgung im Wohnbereich, Belebung des Stadtkerns, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet. Diese Veranstaltung entstand in Zusammenarbeit mehrerer Wr. Neustädter Initiativen: Attac WN,  Bildungszentrum St. Bernhard, deKarte und Radlobby Wiener Neustadt. Unterstützt noch von SOL, Weltladen, Welthaus und Talente-Tauschkreis.

Christoph Watz vom Welthaus fasste den Inhalt des Filmes “GLOBAL SHOPPING VILLAGE”  zusammen. Österreich hat die größten EKZ-Flächen pro Kopf in Europa, Die neue Strategie  der EKZ Entwickler richtet sich nun vermehrt gegen On-Line Handel. Auch Trend zu EKZ in Zentrumsnähe ist zu erkennen. Die Konkurrenz zwischen einzelnen Orten um Standorte für EKZ und damit um erhoffte Gemeindeeinnahmen trifft auf die Konkurrenz der EKZ untereinander. Und nicht überraschend: Erfolg von EKZ basiert auf Wachstum und Auto-Mobilität.

Lösungen, skizziert von Christoph Watz: Mehr Radfahrer, Innenstadt ist unser “Shopping Center”, EKZ dürfen nur das Stadtangebot ergänzen, ein Leerstandsmanagement und hofft auf die Öffentlichkeitsarbeit der Postwachstumslobby

Dazu meinte Christian Fischer von Attac WN: “Um unsere Stadt weiter zu entwickeln braucht es nicht Wirtschaftswachstum im herkömmlichen Sinn, sondern eine Um- und Neugestaltung unseres Zusammenlebens“ und  “Wir müssen nichts neu erfinden,  Es gibt bereits viele Geschichten des Gelingens.”. 

Nach den Einleitungsstatements von Christoph Watz und Christian Fischer trugen die  Teilnehmer - bestens angeleitet durch die Moderatorin Martina Handler, (Österr. Ges. für Umwelt und Technik ÖGUT) - in einzelnen Tischgruppen ihre persönlichen Zugänge zusammen. Diese Fragen standen am Beginn: Was stört mich? was hätte ich gerne und wie geändert? Was kann ich dazu beitragen?        


Martina Handler wies auf zwei Crowd Funding Plattformen hin::Respekt.net und Ideenkanal.at.. In ihrer Moderation ermunterte sie alle Anwesenden mit "Es sind die Menschen, die Stadt machen. Selber aktiv werden, nicht Lösungen nur von der Politik erwarten".  Veränderung muss von allen, von den Bewohnern, von Stadt, Land und Bund  umgesetzt werden. 

Im Burgenland redet das Land bei EKZs mit, was sich als positiv wirksam herausgestellt hat. EKZs sollen kleiner als heute sein und im Innenstadtbereich angesiedelt werden.
Im  "Jahr des Bodens" geht es um den andauernden Bodenverbrauch, auch für Wohnraum etc. In manchen Gemeinden gibt es bereits Anreize, Wohnen und Gewerbe in der Innenstadt attraktiv zu machen. Beispiel Baden-Wüertemberg.
Ein gutes Beispiel ist auch das Leerstandsmanagement in Waidhofen/ Ybbs.
Sie beobachtet, dass es immer weniger "kurze Wege" in den Städten gibt. .


In Kleingruppen tauschte man sich jeweils am eigenen Tisch mit den Umsitzenden aus. Ergebnisse wurden auf ein Flipchart geschrieben, dann wurde gewechselt: Bis auf eine Person, welche sitzen blieb, um den jetzt Kommenden das bisher Geschriebene zu erklären, suchten alle anderen eine Platz an anderen Tischen. Dort liess man sich dann von den dort bereits vorliegenden Ergebnissen zu Ergänzungen und Weiterführungen der Ideen insprieren. So entstand schlussendlich eine imponierende Liste von Ideen. 


Aus der Vielzahl der BürgerInnen-Vorschläge seien nur erwähnt: Eindämmung des KFZ-Verkehrs durch Verkürzung des Takts auf 15 Minuten und dafür Verwendung kleinerer Busse, auch und vor allem in die äußeren Stadtteile. Radfahren in der Fußgängerzone erlauben , Erweiterung des Radwegenetzes EKZ - Zentrum oder Gratis-Leihrad. Mehr Rad-Abstellplätze und -boxen.  
Änderung der Parkplatzbewirtschaftung (keine Gebühr oder Gebühr für alle Parkplätze, auch bei Supermärkten und Shopping Center). Und vor allem: Ein Konzept für die Belebung der Altstadt, eine Leerstandserhebung und Aufbau der Nahversorgung dort, wo sie schon verschwunden ist. Eine Liste der Vorschläge und Ideen finden Sie am Ende dieses Berichts.
     
Frau Maria Payer von Stadtmarketing WN erklärte, ihre Aufgabe wäre die Erhöhung der Lebensqualität für alle Wiener NeustädterInnen. Auch sie will Neues in der Altstadt: Weitere Dienstleister, Kindergärten, Gastronomie. Auch ein Gutscheinheft (50 Firmen beteiligen sich) mit Vergünstigungen beim Einkauf ist im Entstehen. Interessant ist, dass statistisch gesehen 92% der lokalen Kaufkraft in der Stadt bleiben, der höchste Wert in Niederösterreich. Dazu zählen aber auch die Umsätze des Fischaparks, wo auch viele Nicht-Wiener NeustäderInnen einkaufen. 
Um die Innenstadt für Einkäufe nach Büroschluss attraktiver zu machen, wurden die Parkzeiten geändert. Jetzt ist schon am späten Nachmittag das Parken gratis. Die Innenstadt soll durch Veranstaltungen, durch einen Tag der Vereine, einen Tag der Sportvereine, den goldenen Mittwoch mit günstigeren Einkäufen, Studenten-Donnerstag und durch den bekannten Einkaufsgutschein attraktiver werden.    
Wir erfuhren, dass die Finanzierung der 420.000 € für das Stadtmarketing zu 2//3 von der Stadt erfolgt, der Rest kommt aus dem Unternehmerverein. Neben Frau Payer arbeitet noch eine Teilzeit-Kraft. Um “die Stadt zu vermarkten, samt Tourismus” ist dieses Budget nicht üppig, unter Berücksichtigung “unserer” Ideen für eine Belebung der Altstadt  kann man nur auf eine Aufstockung hoffen.     

Karl Watz (Talente-Tauschkreis WN) erläuterte den Plan eines Reparaturtreffs im Fohlenhof / Akademiepark, wie er von seinem Team angedacht und hoffentlich bald realisiert wird. Eigene Profis treffen sich und bieten Hilfe zur Selbsthilfe an.  Oder aus der Sicht eines “Kunden”: Wenn ich etwas zu reparieren habe, komme ich zum Reparaturtreff und finde dort jemanden, der mir sagt, wie ich mein kaputtes Ding wieder selbst reparieren kann.
 
Christian Fischer (Attac WN) erwähnte einige erfolgreiche Initiativen in Wiener Neustadt: Die Essbare Stadt im Stadtpark, die Obststadt, den Talente-Tauschkreis, die Geschenke-Box in der  Josefstadt. Dazu kommt dann auch noch KulturGutNatur im Fohlenhof.

Erfolgreich anderswo:
“Wir sind die Stadt” Hamburg (nexthamburg.de): Seit 2009 wurden Ideengesammelt, seit 2012 ist aus 700 Ideen die Bürgervision entstanden, deren Umsetzung über den Ableger “Stadtmacher” heuer beginnt. Auf stadtmacher.org kann jeder Projektideen für die Stadt einreichen, die gemeinsam weiterentwickelt und auf den Weg Richtung Umsetzung gebracht werden. Durch fachliche Beratung aber auch durch eine eigene für Stadtentwicklungsprojekte entwickelte Crowdfunding -Plattform, über die erste Schrotte oder sogar das ganze Projekt finanziert werden.   . 

ZwischenZeitZentrale in Bremen (zzz.bremen.de). Seit über 4 Jahren bringt diese Initiative Besitzer geeigneter Objekte mit NutzerInnen zusammen, entwickelt mit letzteren Konzepte und begleitet Zwischennutzungsprojekte. Ein Gewinn für alle Akteure. 

Wien R.U.S.Z. Reparatur- Und Service Zentrum hat in Wien personalintensive Reparaturleistung neu erfunden. Ohne R.U.S.Z. gäbe es heute weder das ReparaturNetzwerk Wien (www.reparatunnetzwerk.at) mit über 50 kleingewerblichen Mitgliedsbetrieben noch die TrashDesignManufaktur (www.trashdesign.at). Sie realisieren  das Projekt “Spenden Sie Ihre alte Waschmaschine - Die ökosoziale Umverteilung von Haushaltsgeräten” seit 2010,seit 2013 gibt es jeden Donnerstag Nachmittag ein Reparatur-Cafe, unter Anleitung von Fachleuten.

Ein anderes Beispiel OTELO - Offenes Technologie Labor (www.otelo.or.at) hat bereits mehr als 6 Standorte in Österreich. Die Idee: Menschen einen offenen Raum für kreative und technische Aktivitäten zu ermöglichen. Verbindet Anwendungsfelder aus Technik, Medien und Kunst.
 
In Essen entstand ALT-A, ein Marktplatz mitten in der Altstadt, für alles was alt werden schön macht.

Christian Fischer wies auf die HAND-WERK-STADT IN Mödling am 14., März von 10 - 20 Uhr hin. Hier hat jeder die Möglichkeit Hartz IV Möbel nach Le Van Bo zu bauen, Möbel oder Fahrräder zu reparieren, ein Hochbeet zu bauen, zu Schneidern und zu Nähen, sowie sich künstlerisch mit Textilien und dem Malenb auseinander zu setzen. Näheres: http://www.handwerkstadt.org/


Eine Vielzahl von Ideen und Vorschlägen, die sich manchmal auch widersprechen, konnten gefunden werden und bedürfen noch einer vertieften Erörterung. 
 

S T A D T E N T W I C K L U N G - P O L I T I K


Lebensqualität als Ausgangspunkt
Treffpunkt (Seniorenclubs) öffnen
Attraktive Gestaltung des öffentlichen Raumes
Soziale Begegnungsflächen
Überwindung der Negativspirale
Wie stellt sich die Politik soziales Miteinander vor, wenn Innenstadt stirbt?
Es braucht Hilfestellung für KM Us nicht Erschwernisse.
Politik hat sich die Handlung aus der Hand nehmen lassen - Finanzmärkte, Wirtschaftslobby
Reparieren statt wegwerfen
Wiederverwendung von intaktem Baumaterial bei Umbauten propagieren
Raumordnung vom Land gesteuert



V E R K E H R


Parkraum - Parkgebühren
Transparente Zweckwidmung der Parkgebühr
Parkgebühr für alle Verkehrserreger
Bessere Parkraumausschilderung
Parkplätze sind Bodenversiegelung
Fischapark-Angestellte müssen extern parken und öffentlich anreisen
Keine Parkgebühren für angrenzende Parkplätze
Abschaffung der Parkgebühr in der Innenstadt
Parkgebühren einführen auf Parkplätzen bei EKZs und Supermärkten
Parkplätze im Fischapark sind überdacht, in Innenstadt sind Kurzparkplätze


KFZ Verkehr - Lebensraum Straße - Grazer Straße
Sperre Hauptplatz für motorisierten Individualverkehr
Straßen sind Lebensraum auch und speziell für Kinder und ältere Leute.
Lieferung des Einkaufs nach Hause
Eindämmen des Autoverkehrs
Ausbau von alternativer Mobilität (Beispiel Zermatt)  
Bänke auf Straßen
Rückbau und Neugestaltung der Grazer Straße - Verkehrsberuhigung
Entlastung der Grazer Straße durch eine Umfahrungsmöglichkeit prüfen
Den Verkehr in der Grazer Straße verlangsamen.

Radverkehr
Radfahren erlauben in FuZo
Rücksicht von Autofahrern bei Engstellen, Augenkontakt Rad- und Autofahrer
Radnetz Zentrum - EKZ
Radabstellplätze / -boxen
Radreparaturplatz
Leihrad gratis
Mehr Infrastruktur


Öffentlicher Busverkehr
Takt verkürzen, kleinere Busse verwenden
Busse im 15 Minuten Takt in der Peripherie
Öffentlichen Verkehr mit Umland denken

 
Fußgänger
Beispiel Ljubljana: Stadt der Fußwege


V E R S O R G U N G

Grundversorgung in den Stadtvierteln
Es gibt kein Geschäft in der Heideansiedlung, am Flugfeld, Badener Siedlung
Kleine Geschäfte fördern
Nahversorger neu aufbauen


Branchenmix im Zentrum - leere Lokale
Altstadtlokalflächen sind klein und begrenzt
Initiative Brodtischgasse: Als Handwerksgasse positionieren.
Besserer Branchmix durch Neuansiedlung z.B. Haushaltswarengeschäft
Synchronisierung der Öffnungszeiten von Geschäften
Einheitliche Öffnungszeiten
Reparatur-Café
Leerstandserfassung und Gespräche mit Besitzern (Erhaltungs- und Betriebskostenersatz)


B E L E B U N G

Innenstadt als lebendiges Zentrum für Kinder, Jugendliche, Mütter, Senioren ...
Treffpunkt für Vereine - Schachverein
Spielbereiche zum Autoverkehr abgrenzen
Mütter-Café mit Wickeltisch
Rad-WG
Lernzonen
Jugendtreffpunkte
Zentralkino revitalisieren (Kino Paradiso)
Kasematen aktivieren - Führungen
Barrierefreiheit
Umkleide für Waldschule ???
Hotelbau im Park ist destruktive Stadtplanung
Eltern-Kind Treffpunkte
Schneiderwerkstatt
Angebote für Jugendliche
Mal-Ort, Kreativwerkstatt
Attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten für Jugendliche
Einen Ort zum gemeinsamen Kochen schaffen
Markt am Hauptplatz - regionle Nahversorger zurückholen
Markt in Neunkirchner Straße
Kleinkunst im öffentlichen Raum fördern / ermöglichen
Kleine Geschäfte fördern
Geschäftsleute tun sich zusammen (gemeinsames Konzept). Miete entsprechend, welche Geschäfte
Ziel: In 5 Jahren 50% der Leerstände vermieten
Beispiel Stadt Haag:
Öffentliche Räume nutzen / schaffen - Sport / Veranstaltungen

Problembereiche: Sperrstunden, Sicherheit/Polizei, Nachtleben, Vandalismus, 


Stadtviertel
Stadtviertel-Treffpunkte (freie SP-Seniorenclubs) überparteilich öffnen
Sportanlagen
Räume, die da sind, öffnen
Veranstaltungsräume
Studenten in Civitas Novas -öd, Abends keine Anbindung an Stadt

Tourismus in Wiener Neustadt
Kongresstourismus, MedAustron: Lokale als kleine “Pop-Up“-Hotels nutzen, 
Konzept mit dem Umland zusammen



B E W E R B U N G

Öffentlichkeitsarbeit - Meinungsbildung - Gewissseinsbildung
Lokalpresse bejubelt Holzwurm-Geschäftsübersiedlung an den Zehnergürtel
Änderung des Berichterstattungsfokus
Positivre Werbung für Geschäfte
Jugend sensibilisieren um nicht im EKZ einzukaufen
Bewusstsein schaffen für Geschäfte (als Gegensatz zum Online Handel - Qualität)
Über Gutes reden - Positivwerbung für Geschäfte auch über die modernen Medien. 

6.1.2015: Film mit Dekarte "Global Shopping Village".

Mehr als 100 Personen kamen zur Filmvorstellung "Global Shopping Village" und zu der spannenden Diskussion mit Regisseurin Ulli Gladik ins Bildungszentrum St. Bernhard. Eine Veranstaltung von Filmclub Dekarte, Radlobby, attac, Weltladen, das Welthaus der KA, Bildungszentrum St. Bernhard, SOL und dem Talente Tauschkreis. 


Wir haben gesehen, wie Shopping Centers geplant werden. Jedes Shopping Center braucht, um Konsumenten anzuziehen, zwei Schlüsselgeschäfte. Das kann zum Beispiel ein grosser Lebensmittelsupermarkt + ein grosses Elektro(nik) Fachgeschäft sein. Dazwischen werden dann die anderen Geschäfte und die Kulinarik angesiedelt. Je prominenter diese Geschäfte sind, desto höher kann die Miete sein, desto profitabler ist dieses Shopping Center für die investierende Bank. Schon Jahre vor dem Bau wird mit der Analyse des Ortes begonnen. Man untersucht, welche Geschäfte im Ort vorhanden sind und was den Menschen hier wichtig ist. Ziel ist, diese Geschäfte und die Konsumenten in das neue Einkauszentrum zu bringen. Damit ist zwangsläufig die Ausdünnung der Stadtkerne verbunden und wenn schon nicht gewollt, zumindest in Kauf genommen.


Am Beispiel Center Fohnsdorf sahen wir die leeren Geschäfte in Judenburg. Diese Auswirkung hat dieses Center auch auf die umliegenden Gemeinden und Städte (Aichfeld, Knittelfeld, …). Geschätzt wurde, dass mehr Vollzeit-equivalente Arbeitsplätze verloren gingen, als in dem Shopping Center geschaffen wurden.


Der Konkurrenzdruck innerhalb der Entwickler von Shopping Centers ist groß. Auch hier gilt: Stillstand ist schlecht. Wachstum ist nötig. Wachstum kann sein: Mehr Centers, Ausbau eines Centers und mehr Geschäfte, höhere Mieterlöse, mehr Besucher.


Warum steht die Politik so positiv dahinter? Da sind die Einnahmen für die Gemeindekassa, das Versprechen auf Arbeitsplätze (die verlorenen in den Stadtkernen werden nicht erwähnt) und das Image ein „Macher“ und kein „Verhinderer“ zu sein. Und solche Projekte werden ja gut vorbereitet. Es werden lokale Opinion Leaders über das Projekt informiert und über lokale Medien positive Stimmung dafür geschaffen. Bis die Politik ins Spiel kommt, ist die Stimmung PRO-Shopping Center schon so weit gediehen, dass fast nichts mehr anderes übrig bleibt, als zu genehmigen.


Am Beispiel Kroatien erfuhren wir, dass es im Osten Europas in der Boom-Phase sehr leicht war, Shopping Centers zu errichten, da Investitonsgeld im Übermaß vorhanden war. Jede Stadt, die ein solches Zentrum „vertragen“ würde, hat davon 3 bekommen. Jetzt stehen viele davon leer oder fast leer oder der Bau wurde abgebrochen.


Wie kann die Zivilgesellschaft damit um gehen? In Waidhofen/Ybbs haben die BewohnerInnen bisher ein Shopping Center verhindert. Die Geschäfte in der Stadt blieben erhalten, es stehen nur wenige leer. Und: Man muss ja nicht selbst im Shopping Center einkaufen, sondern sich – auch wenn es vielleicht unbequemer ist – sich im Ort versorgen. Und das Center nur besuchen, wenn das Gewünschte nur mehr dort verfügbar ist.



Statements von Regisseurin Ulli Gladik:


"Das Einkaufszentren-Thema interessierte mich, seit sich meine Heimatstadt Murau in der Steiermark sehr verändert hat. Ende der 90er entstanden rund um die Stadt etliche Fachmarktszentren und die Gewerbetreibenden gaben ihre Geschäfte in der Altstadt sukzessive auf. Die Altstadt, in der es früher ein reges kleinstädtisches Leben gab, ist mittlerweile völlig ausgestorben, was auch zur Folge hat, dass die Gebäude nicht mehr renoviert werden und die Leute aus der Stadt wegziehen.

Ich wollte schließlich wissen, was da dahinter steckt, warum sich diese Entwicklung
so rasant vollzieht, warum Einkaufszentren so beliebt sind, aber auch, warum sich
der Gesetzgeber in seiner regulierenden und gestaltenden Funktion hier derart zurück hält.

2008, als die Finanzkrise ausbrach und schließlich die Osteuropablase platzte, begann für die Shoppingcenterbranche eine Reflexions- und Umorientierungsphase. In dieser spannenden Zeit führte ich die ersten Gespräche mit Brancheninsidern.

Der Kapitalismus ist ja grundsätzlich immer auf Wachstum aufgebaut, der dann wieder an Grenzen stößt. Etwa, dass man keine Ressourcen mehr hat, dass z.B. die Ressource Raum erschöpft ist, oder dass die Kaufkraft nachlässt, weil die Banken keine Kredite mehr geben, oder Peakoil, also das Ende der Ölreserven würde wohl auch viel ändern. Diese Grenzen verlangen dann eine Veränderung, und jene, die als erstes die neue – bleiben wir beim Handel – Handelsform entdeckt haben, machen dann das beste Geschäft damit, alle anderen springen auf, bis
dann wieder Grenzen erreicht werden.

Da Wachstum Grenzen hat, kommt die Frage, ob  aktuellen Schlagworte, und die Zukunft wird uns zeigen, ob es den großen Konzernen gelingt, diese Trends für sich zu vereinnahmen, oder ob der Handel tatsächlich regionaler, fairer und ökologischer werden wird.

Und da sind schon auch wir Konsumentinnen und KOnsumenten gefragt: Man sagt ja „jede Einkaufsrechnung ist ein Stimmzettel”. (Ulli Gladik)


Wir gründen eine Bank !!!! Gründen Sie mit und werden Sie GenossenschafterIn! Ab € 200 bis maximal € 10000 Einlage. 

Näheres: